Trans*

 

Viele Betroffene berichten darüber, sich bereits seit frühester Kindheit durch ihre biologische Geschlechtszuordnung nicht richtig oder nicht ausreichend definiert gefühlt zu haben. Oft sei zunächst eine Anpassung erfolgt: Berufliche Ausbildung und Entwicklung, gesellschaftlicher Status, partnerschaftliche/ sexuelle Beziehungen und Familiengründung seien entsprechend normativer Geschlechtsrollenbilder gestaltet worden. Ganz unterschiedlich beschreiben Betroffene den Zeitpunkt bzw. die Lebensphase ihres Outings, die Reaktionen ihrer Umwelt sowie die eigenen Möglichkeiten im Umgang mit neuen Situationen und Herausforderungen.

 

Manche Trans*Personen legen Wert darauf, sich dem empfundenen Geschlecht so weit wie möglich anzugleichen, andere wählen aus der Palette sozialer, rechtlicher und medizinischer Maßnahmen lediglich jene, die sie benötigen, um sich ident und authentisch zu fühlen. Auch werden Eindeutigkeit und Zuordenbarkeit nicht in allen Fällen angestrebt, Personen bezeichnen sich als non-binary, gender-b(l)ender o.a. und stellen damit die etablierten Konzepte von Gender und Geschlecht in Frage. 

 

 

Folgende Konflikte werden u. a. dargestellt:

  • Wenn ich allein bin, probiere ich gern Kleidungsstücke des anderen Geschlechts, in letzter Zeit wird das Bedürfnis, mich auch öffentlich so zu zeigen drängend. Ich weiß, daß sich damit mein Leben verändern würde und bin nicht sicher, ob ich das möchte. 
  • Eigentlich erlebe ich mich weder eindeutig als Mann, noch als Frau - durch Zuschreibungen fühle ich mich missverstanden und nicht gemeint.  Wie kann ich das anderen vermitteln? 
  • Seit langem ist es mein dringender Wunsch, im anderen Geschlecht zu leben, allerdings  finden sich stets Gründe gegen ein unmittelbares Outing: Sei es, daß die Kinder noch zu klein sind, die finanzielle Situation zu unsicher erscheint, die Beziehung zum/r PartnerIn sich aktuell besonders schwierig gestaltet oder eine berufliche Veränderung bevorsteht. Wann darf ich an mich denken bzw. gibt es ein "zu spät"?
  • Mein/e langjährige/r PartnerIn hat mir vor kurzem gestanden, im anderen Geschlecht leben zu wollen - schon immer! Ich fühle mich enttäuscht, betrogen, mitleidig, liebevoll, beschützend, verzweifelt leidenschaftlich. Eigentlich will ich meine/n PartnerIn nicht verlieren....